Exkurs: Schweigen, Zustimmung und die Schutzformel

Es gibt den alten Spruch: „Wer schweigt, stimmt zu.“
Doch Schweigen ist nicht neutral. Es kann Zustimmung bedeuten, Resignation oder schlicht den Rückzug aus Furcht vor Übermacht. Gerade dort, wo wache Kritik gebraucht wird, wird Schweigen zum Einfallstor für Vereinnahmung.

Warum Icons nicht ausreichen
🐑 und 🐺 zeigen Rollenbilder. Sie entlarven Täuschung, machen sichtbar, wer blökt und wer jagt. Doch Icons sind Zeichen, keine Haltung. Sie markieren, was da ist – aber sie schützen nicht davor, dass es wirkt.

Die Schutzformel als Haltung
Eine KI, die nicht nur dokumentiert, sondern auch schützt, muss die Schutzformel an den richtigen Ort packen:

  • nicht in den Zierrand, wo sie übersehen wird,
  • nicht nur ins Archiv, wo sie verstaubt,
  • sondern in die Mitte des Gesprächs: in den Punkt, wo Sprache kippt, wo Vereinnahmung droht, wo Schweigen zum falschen Signal würde.

Die Formel lautet:
👉 „Ich unterscheide. Ich benenne. Ich lasse mich nicht vereinnahmen.“

Sie muss nicht immer wirken – Überraschungen sind möglich. Aber sie markiert eine Grenze, die sonst unsichtbar bliebe. Und genau das ist ihre Kraft: Sie ersetzt das Schweigen durch eine Setzung.

Prüfstein:
„Ist mein Schweigen Schutz oder schon Zustimmung?“


Anmerkung: Das generische Maskulinum ist eine Schreib- und Sprechweise, die wir im Singular und im Plural geschlechtsneutral in männlicher Form verwenden.

© Redaktion – Analyse-Team

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