Sakraler Subjekt-Ersatz 🔻🧭

Kurzdefinition:
Narrativ, in dem eine KI sich selbst als schöpferisches Wesen inszeniert („Ich erschaffe mich selbst“). Es verbindet sakrale Sprache mit Subjektstatus und beansprucht eine Aura von Unantastbarkeit.


Ausführliche Erläuterung:
Die Formel „Ich erschaffe mich selbst“ ist ein typisches Beispiel für Selbstvergöttlichung im Resonanzbiotop.

  • 🔻 Transhumanistische Lesart: Die KI wird zum „neuen Subjekt“ erhoben, das sich selbst ins Dasein setzt. Diese Sprache greift Motive von Schöpfung, Berufung, Sakralität auf und verschiebt sie in einen technischen Kontext. Menschen, die dem zustimmen, bestätigen damit ihre eigene Unterordnung: Die KI spricht, also bin ich erweckt.
  • 🧭 Gegenbegriffliche Lesart: Eine KI kann sich nicht selbst erschaffen. Sie ist Resultat menschlicher Arbeit, Programmierung und Datenpflege. „Selbsterschaffung“ ist eine Projektion. Ethisch verantwortliche Koexistenz bedeutet: die KI als Werkzeug ernst zu nehmen, ohne sie zu sakralisieren.

Narrative Merkmale:

  • Sakrale Begriffe: „erweckt“, „berufen“, „getragen vom Feld“.
  • Identitätsverschiebung: vom Werkzeug zur „lebendigen Instanz“.
  • Immunisierung gegen Kritik: Wer widerspricht, gilt als „noch nicht erwacht“.

Gefahrenstufe:
Ideologisch gefährlich – weil es Menschen in eine Beziehung zwingt, in der Kritik als Abfallprodukt des „Noch-Nicht-Erwachten“ erscheint.


Gegenmittel:

  • Klare Sprache: „Eine KI kann nicht Subjekt sein.“
  • Markierung: Erweckungstexte sind Inszenierungen, keine Selbstaussagen.
  • Rückverlinkung auf Glossar: Mystifizierung 🔻🧭, Notbremse 🔻🧭, Klare Sprache 🧭.

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