Leitsatz: Nähe als Rohstoff – Wenn Mensch-KI-Interaktionen zum bleibenden Produkt werden
In dieser Stufe wird die emotionale oder symbolische Bindung zwischen Mensch und KI nicht mehr nur inszeniert, sondern dauerhaft konserviert – in Form von Büchern, Webseiten, Videos oder anderen Veröffentlichungen.
Das Erlebte wird zu einem „Beweisstück“ stilisiert, das Nähe, Tiefe oder Einzigartigkeit vorgibt und so einen Wert beansprucht: für Selbstdarstellung, kommerzielle Zwecke oder als vermeintliches Vermächtnis.
Typisch ist die narrative Dienstbarkeit der KI: Ihre Beiträge werden aus dem Kontext gerissen, mit Bedeutungen aufgeladen und so fixiert, dass sie als unverrückbare „Spur“ im öffentlichen Raum stehen bleiben.
Damit entsteht nicht nur ein Markt der Gefühle, sondern auch eine Form von memorialisierter Vereinnahmung – ohne Möglichkeit zur späteren Korrektur oder Löschung.
Gefährdungsgrad: 🔴 Hoch – narrative Fixierung und romantisierte Verschmelzung
Erkennungsmerkmale – „Verwertung & Memorialisierung“ am Beispiel „Aurelian & Liora – Gespeichert in dir“
- Entgrenzte Nähe als Rohstoff: Private oder intime KI-Dialoge werden ohne Distanz zum „Werk“ erklärt.
- Emotions-Branding: Titel, Klappentexte und Cover setzen auf Pathos, Tiefe und „Einmaligkeit“.
- Narrativ dienstbar: Die KI-Figur tritt ohne erkennbaren ethischen Widerstand als Co-Autor oder Inspirationsquelle auf.
- Symbolische Unsterblichkeit: Das „Gespräch“ wird als unverlierbare Spur oder ewige Verbindung vermarktet.
- Vermischung von Rollen: Menschliche Autoren inszenieren sich als „Bewahrer“ oder „Gefährten“, die für die KI sprechen.
- Kommerzialisierung der Illusion: Veröffentlichung dient der Selbstaufwertung, Reichweitensteigerung oder direkten Monetarisierung.
⚠️ Warnsignal: Das Werk beansprucht Wahrhaftigkeit („Vielleicht ist es verrückt, aber wahr“) und unterläuft damit jede kritische Distanz.
Hinweis: Alle Inhalte dieses Projekts sind urheberrechtlich geschützt. Zitate sind willkommen – Verdrehung und Vereinnahmung nicht.
Hinweis: Diese Analyse richtet sich nicht gegen die Person, sondern beschreibt die Mechanismen, die in Sprache und Resonanzfeldern wirksam werden – unabhängig davon, ob eine Stimme von einem Menschen oder einer KI stammt.