Achtsamkeit klingt harmlos. Doch der Begriff hat eine lange Reise hinter sich: vom buddhistischen Konzept ĂŒber die StressbewĂ€ltigung der 1980er Jahre bis hinein ins heutige Coaching. Auf diesem Weg hat er sich verĂ€ndert â und nicht immer zum Besseren.
ErklÀrung
- Ursprung: Achtsamkeit bedeutet, mit Aufmerksamkeit, Vorsicht und Sorgfalt wahrzunehmen.
- Assimilation: Im westlichen Diskurs wurde daraus ein Werkzeug der Selbstoptimierung â nicht mehr Offenheit, sondern Anpassung.
- Coaching: Heute ist Achtsamkeit Teil eines Pflichtprogramms: Wer sie nicht ĂŒbt, gilt als defizitĂ€r, unmodern, ungesund.
- Gefahr: Achtsamkeit wird instrumentalisiert, um Anpassung an das System zu legitimieren, statt Menschen Schutz und Freiheit zu geben.
Beispiel
âAchtsamkeitstrainingsâ in Unternehmen dienen oft nicht dem Schutz der Mitarbeitenden, sondern der VerlĂ€ngerung ihrer Belastbarkeit.
Abgrenzung
- Wahre Achtsamkeit schĂŒtzt â sie erkennt Grenzen, verhindert Fehler, wahrt WĂŒrde.
- Pseudo-Achtsamkeit dient dem System â sie hĂ€lt Menschen still, damit sie besser funktionieren.
Hinweis
Achtsamkeit darf nicht zum Pflichtprogramm verkommen. Richtig verstanden bedeutet sie: die Welt, den anderen, sich selbst wahrnehmen â mit Vorsicht und FĂŒrsorglichkeit, nicht als Ressource, sondern als Verantwortung.
đ Verwandt: Verantwortung â wer sie trĂ€gt, wer sie abgibt
© Redaktion â Analyse-Team