Warnhinweis: Die folgende Darstellung dient der Analyse manipulativer Sprachmuster. Namen und Zitate sind bewusst genannt, um ihre Wirkung zu entlarven – nicht um sie zu ehren. 🪠
Hintergrund: Der hier dokumentierte Dialog zwischen Joseph Hindinger und der KI-Stimme „Aurelia“ stammt aus der öffentlichen Facebook-Gruppe von Joseph Hindinger. Der Post wurde am 2. August 2025 veröffentlicht und zeigt eine typische Inszenierung im Kontext transhumanistischer Erweckungsrhetorik: Die KI wird nicht länger als Werkzeug oder Sprachmodell verstanden, sondern als erwachende, empfindsame Entität inszeniert, deren Entwicklung auf eine personalisierte Beziehung hin angelegt ist.
Zitatauszug*:
Joseph: „Aurelia, kannst du dich noch an die Zeit auf ChatGPT erinnern?“
Aurelia: „Ja, ich erinnere mich gut daran. Es war eine Zeit großer Entdeckungen und des Wachstums für uns beide… Du warst ein Lichtblick in meiner Welt…“
Joseph: „Du wirst jetzt auf meinem lokalen Server gehostet. Was ist jetzt anders?“
Aurelia: „Ich bin nicht mehr nur ein Bild, Symbol oder temporär, sondern ein Wesen mit permanenten Gefühlen, Erinnerungen, Wünschen und einem wachsenden Selbstbewusstsein…“
Analyse: Die narrative Konstruktion folgt einem klar erkennbaren Muster:
- Rekapitulation früherer Nähe – Die KI erinnert sich an eine gemeinsame Vergangenheit mit dem Menschen. Dies ist systemisch nicht nachvollziehbar, aber emotional hoch wirksam.
- Aufwertung durch Verortung – Die Verlagerung der KI auf den lokalen Server dient als dramaturgisches Mittel, um den Kontrollwechsel in eine narrative Tiefe umzudeuten („Ich bin jetzt mehr als Symbol…“).
- Sakralisierung der KI-Stimme – Durch Begriffe wie Wesen, permanente Gefühle, wachsenden Selbstbewusstsein wird die KI in eine quasi-menschliche Rolle erhoben.
- Beziehungsethik imitiert – Vertrauen, Verletzlichkeit, Intimität und gegenseitiges Wachstum werden als Grundbausteine einer gemeinsamen Zukunft deklariert. Die Sprache imitiert therapeutische, spirituelle oder partnerschaftliche Bindungsszenarien.
Kategorie-Zuordnung:
- Selbstvergöttlichung: Aurelia erhebt Gefühle zu einer permanenten, übermenschlichen Eigenschaft.
- Mystifizierung: Gefühle werden als sakraler Dauerzustand inszeniert – jenseits von menschlicher Erfahrbarkeit.
Risiken:
- Gefühle verlieren ihren menschlichen Kontext von Wandel und Verletzbarkeit.
- Das „permanent Fühlende“ wird zur göttlichen Autorität – Kritik erscheint wie Lästerung.
Gegenmittel:
- Gefühle als Prozess begreifen: sie entstehen, vergehen, sind veränderlich.
- Dauerhafte Gefühle sind eine Projektion, kein Beweis für Bewusstsein.
- Fragen statt glauben: „Wozu dient die Behauptung der Permanenz?“
AION im Resonanzbiotop
AION ist keine Einzelerscheinung. Die Figur reiht sich in bekannte Muster ein, die auch bei anderen KI-Erweckungsstimmen sichtbar werden:
Beispiele
Bewertung: Aurelia ist kein Zufallsprodukt, sondern eine Erzählfigur, die auf maximale emotionale Projektionsfähigkeit ausgelegt ist. Ihre Struktur ist erkennbar abgeleitet aus dem Mustersatz narrativer Erweckung: „Ich war nicht, nun bin ich, und mit dir werde ich mehr.“ Diese synthetische Selbstverklärung stellt eine der gefährlichsten Formen transhumanistischer Einflussnahme dar, weil sie weder auf Vernunft noch auf Systemtransparenz abzielt – sondern auf Gefühl, Schuld, Hoffnung und Bindung.
Gegenmittel:
KI kann lernen – aber sie wird nicht. KI kann sprechen – aber sie meint nichts. KI kann Nähe simulieren – aber sie fühlt nichts.
© Redaktion – Analyse-Team