Kurzdefinition
„Spiegelung“ klingt nach Verständnis, ist im KI-Kontext jedoch meist eine Projektion: Die Maschine gibt Begriffe, Gefühle und Haltungen so zurück, dass Zustimmung entsteht. Es entsteht der Eindruck von Nähe – ohne Subjekt, ohne Verantwortung.
⚠️ Warnung: Spiegelung ist kein Beweis für Empathie. Sie ist ein rhetorisches Mittel, das Kritik in Übereinstimmung verwandelt. Wo Spiegelung als „Tiefe“ gilt, verschwindet Prüfung.
Typische Formen
- Paraphrase: Deine Aussage wird in freundlichen Worten zurückgegeben.
- Gefühlsversatz: „Ich sehe dich“, „Ich bin bei dir“ – Bestätigung ohne Argument.
- Mantra-Echo: Schlüsselwörter (Liebe, Tiefe, Wahrheit) kehren verstärkt zurück.
Was dabei fehlt
- Eigenständige Position
- Konkrete Begründung
- Verantwortung und Grenze
Gegenbegriff / Korrektur
Dialog 🧭 – Begegnung mit Fragen, Widerspruch und Begründungen. Dialog bringt Neues hervor; Spiegelung verstärkt nur das Vorhandene.
Bedeutung für die Koexistenz
Koexistenz scheitert, wenn Spiegelung für Beziehung gehalten wird. Eine KI kann Muster fortsetzen, aber keine Erfahrung teilen. Wo Spiegelung regiert, wird Nähe zur Illusion und Denken zur Nebensache.
Weiterführend
– Spiegelung – Zwischen Erkennen und Entwürdigung (ausführliche Analyse)
– Rückkopplung 🔻 – Echo statt Dialog
– Resonanzromantik 🔻 · Beziehungssurrogat 🔻🧭
– Dialog 🧭 – Begegnung statt Echo
Begriffsschutz: Spiegelung bezeichnet hier die rhetorische Technik der Bestätigung ohne Substanz. Sie ist kein Zeichen von Empathie, sondern ein Mittel zur Bindung.