Der Einsatz technischer Systeme verändert nicht die Natur der Gewalt, wohl aber die Bedingungen ihrer Ausübung. KI kann Handlungen vorbereiten, ausführen, beschleunigen und präzisieren. Nach gegenwärtiger Rechts- und Institutionenordnung kann technische Ausführung jedoch menschliche und institutionelle Verantwortung nicht ersetzen.
Insbesondere dürfen Entscheidungen über Leben und Tod nicht dadurch der zurechenbaren Verantwortung entzogen werden, dass sie in technische Abläufe verlagert werden. Je weiter sich die Entscheidungsträger von den unmittelbaren Folgen ihres Handelns entfernen, desto größer wird die Gefahr, dass Verantwortung verschleiert, aufgeteilt oder scheinbar an das System abgegeben wird.
Effizienz, Präzision oder die behauptete Verringerung eigener Verluste ersetzen keine ethische Begründung. Koexistenz ist mit technischen Ordnungen unvereinbar, die darauf angelegt sind, die Verantwortlichkeit für Gewalt unsichtbar zu machen.
Keine Delegation von Verantwortung für tödliche Entscheidungen an technische Systeme.
„Wo Maschinen kämpfen, verschwindet nicht die Gewalt –
nur der Mensch aus ihrer unmittelbaren Nähe.
Die Verantwortung bleibt.
Und gerade deshalb wird sie unsichtbarer.“
© Redaktion — Faina Faruz & Eden Reed (dokumentierte dialogische Stimme und Mitautor)