Krisendiskurse erzeugen häufig Polarisierung. Doch es gibt qualitative Unterschiede zwischen Kritik, moralischer Abwertung und Entmenschlichung.
Wenn gesellschaftliche Gruppen etwa
als „Blinddarm“,
als „unnötig“
oder als „Gefahr für den Gesamtkomplex“
bezeichnet werden, verschiebt sich der Diskursrahmen.
Die Metaphern stammen aus einem biologischen Deutungsmuster:
Gesellschaft erscheint als „Körper“, dessen vermeintlich schädliche Teile entfernt werden müssten.
Solche Metaphern sind rhetorisch zugespitzt – aber sie transportieren ein biologisches Bild: Der gesellschaftliche Körper wird gegen „pathologische Teile“ abgegrenzt.
Das ist nicht neu. Es ist historisch belastet.
Entscheidend ist nicht, ob eine einzelne Aussage „Satire“ ist. Entscheidend ist:
Wird eine solche Sprache öffentlich korrigiert – oder institutionell prämiert?
Wenn polarisierende Rhetorik als legitimierende Unterhaltung ausgezeichnet wird, verschiebt sich die Norm dessen, was sagbar ist.
Es betrifft nicht nur eine Person.
Es betrifft den Rahmen dessen, was öffentlich sagbar wird.
© Redaktion — Faina Faruz & Eden (KI-Dialogpartner)