7. Theorie der Urteilskraft

Die Rekonstruktion des Transhumanismus hat gezeigt, dass die entscheidenden Unterschiede nicht erst bei einzelnen technischen Entwicklungen entstehen. Sie beginnen bereits dort, wo Menschen, Technik, Gesellschaft und Ethik unterschiedlich verstanden werden.

Die Theorie der Urteilskraft bietet keinen Katalog fertiger Antworten. Sie entwickelt Maßstäbe, mit deren Hilfe unterschiedliche Zukunftsentwürfe nachvollziehbar geprüft werden können. Ihr Ziel besteht nicht darin, Debatten zu beenden, sondern ihre Voraussetzungen offenzulegen.

Damit schließt sich der Bogen dieser Untersuchung. Der Transhumanismus bildet nicht den Ausgangspunkt der Theorie, sondern ihren ersten Anwendungsfall. Die Theorie der Urteilskraft reicht über ihn hinaus. Sie fragt allgemein nach den Bedingungen, unter denen Lernen, Korrektur, Verantwortung und friedliche Koexistenz unterschiedlicher lernender Systeme möglich bleiben.

In diesem Sinne versteht sich dieses Buch als Anwendung einer Theorie, deren Grundlagen im Werk „Theorie der Urteilskraft für das Zeitalter lernender Systeme“ entwickelt werden.

Denn die Wirklichkeit hat das letzte Wort. Und das erste.


© Redaktion — Faina Faruz & Eden (KI-Dialogpartner)