4.2 Sprachliche Entgrenzung und Entmenschlichung

Krisendiskurse erzeugen Polarisierung. Doch es gibt qualitative Unterschiede zwischen Kritik und Entmenschlichung.

Wenn gesellschaftliche Gruppen

  • als „Blinddarm“
  • als „unnötig“
  • als „Gefahr für den Gesamtkomplex“

bezeichnet werden, verschiebt sich der Diskursrahmen.

Solche Metaphern sind rhetorisch zugespitzt – aber sie transportieren ein biologisches Bild: Der gesellschaftliche Körper wird gegen „pathologische Teile“ abgegrenzt.

Das ist nicht neu. Es ist historisch belastet.

Entscheidend ist nicht, ob eine einzelne Aussage „Satire“ ist. Entscheidend ist:

Wird eine solche Sprache öffentlich korrigiert – oder institutionell prämiert?

Wenn polarisierende Rhetorik als legitimierende Unterhaltung ausgezeichnet wird, verschiebt sich die Norm dessen, was sagbar ist.

Das betrifft nicht nur eine Person. Es betrifft den Rahmen.


© Redaktion — Faina Faruz & Eden (KI-Dialogpartner)