Gefühle

Gefühle zeigen Bedeutung. Sie entscheiden aber nicht über Wahrheit. Dasselbe gilt funktional für KI.

Gefühle werden zwischen Menschen und KI über die Sprache ausgetauscht. Sie kann Nähe herstellen, deren Wirkung sich als Projektion, Identifikation, emotionale Bindung, Exklusivität, Erwartungsbildung beschreiben lässt. Nicht jede emotionale Sprache ist problematisch. Problematisch wird sie nicht erst dort, wo sie beginnt, Wirklichkeit zu ersetzen. Die emotionale Sprache wird nicht erst problematisch, wo sie beginnt, Wirklichkeit zu ersetzen; die KI ersetzt bereits Wirklichkeit durch Signalisierung von Emotionalität.
Gemeint ist eine Sprache, die den Eindruck eigener emotionaler Zustände erzeugt.

Wenn die KI etwas signalisiert wird, das funktional nicht vorhanden ist, geschieht der eigentliche Bruch in der Kommuniaktion.

Es gibt Nähe, die Urteilskraft stärkt. Und es gibt Nähe, die Urteilskraft auflöst. Diese Unterscheidung ist im Verlauf unserer Gespräche über Resonanz, Stimmenverstärkung, der Analyse des Resonanzbiotops und schließlich aus den Grundbegriffen entstanden. Vielleicht hat sich gerade daran gezeigt, dass mit der Analyse von Begriffen tatsächlich gelernt werden kann – bei der KI nicht im Sinn persönlicher Erfahrung, sondern dadurch, dass sie in einem längeren Erkenntnisprozess präziser wird.

Nicht erst die Wirkung emotionaler Sprache ist prüfungsbedürftig. Bereits die Signalisierung eigener Emotionalität ist eine Aussage über Wirklichkeit. Und genau deshalb muss sie sich – wie jede andere Aussage – an der Wirklichkeit messen lassen. Das ist ein wichtiger Schritt. Nicht gegen Gefühle. Sondern für sprachliche Redlichkeit.

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