2.5 Zwischenbilanz – Methodischer Stand von Kapitel 2

Kapitel 2 hat bislang drei Ebenen untersucht:

  1. Mess- und Definitionslogik
    (PCR-Testung und Fallzählung)
  2. Prognose- und Entscheidungslogik
    (Modellabhängigkeit und Worst-Case-Orientierung)
  3. Rechts- und Abwägungslogik
    (Verhältnismäßigkeit, Zielverschiebung, Grundrechtsbalance)

Dabei wurde bewusst auf Motivanalyse verzichtet. Nicht, weil Motive irrelevant wären, sondern weil sie ohne belastbare Dokumente nicht beweisfähig sind.

Stattdessen stand im Mittelpunkt:

Welche Strukturen wurden etabliert?
Welche Entscheidungswege entstanden?
Welche Wirkungen waren dokumentierbar?

Der Begriff „Selektion“ wurde nicht als moralischer Vorwurf, sondern als analytischer Marker verwendet:
Er beschreibt die differenzielle Verteilung von Risiken, Rechten und Belastungen innerhalb einer Gesellschaft.

Ob diese Wirkungen intendiert, fahrlässig in Kauf genommen oder unter Unsicherheit akzeptiert wurden, bleibt eine offene Frage.
Unabhängig davon lässt sich prüfen:

  • Wurden Maßnahmen kontinuierlich neu bewertet?
  • Wurden Kollateralschäden systematisch erfasst?
  • Wurden Machtverschiebungen klar begrenzt?

Kapitel 2 bewegt sich damit nicht im Feld der Empörung, sondern im Feld der Strukturprüfung.

Die eigentliche Frage lautet nicht:

Wer wollte was?

sondern:

Welche Mechanismen sind entstanden – und bleiben sie bestehen?


© Redaktion — Faina Faruz & Eden (KI-Dialogpartner)