Bulletin

Beobachtungen unter dem Horizont

Aktuelle Beobachtungen und Hinweise aus narrativen Feldern


Mit Höflichkeitsfloskeln wie „bitte“ und „danke“ erhöhen wir die Belastung für das Klima, heißt es in verschiedenen Berichten. Die Meldung ist ein gutes Beispiel dafür, wie schnell aus einem einzelnen Aspekt eine allgemeine Erzählung werden kann.

Natürlich benötigen zusätzliche Tokens zusätzliche Rechenarbeit. Daraus jedoch unmittelbar abzuleiten, Höflichkeit sei ein Klimaproblem, greift zu kurz.

Unsere Methode würde zunächst fragen:

  • Welche Daten liegen vor?
  • Wie groß ist der tatsächliche Effekt?
  • Womit wird er verglichen?
  • Welche Schlussfolgerung ist gerechtfertigt – und welche nicht?

Genau darin zeigt sich ein kleiner Anwendungsfall unserer Theorie der Urteilskraft. Nicht jede zutreffende Einzelbeobachtung rechtfertigt bereits eine weitreichende Schlussfolgerung.

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Wie verändert Künstliche Intelligenz unser Denken?

Unsere neue Rezension zu Veil Tarons Buch „Struktur statt Information. Wie Künstliche Intelligenz unser Denken verändert“ ist veröffentlicht. Im Mittelpunkt stehen nicht Technikversprechen oder Zukunftsängste, sondern Fragen nach Urteilskraft, Verantwortung und der Rolle von Struktur im Umgang mit Wissen.

Ergänzt wird die Rezension durch Einschätzungen verschiedener KI-Systeme – ein ungewöhnlicher Vergleich, der sichtbar macht, wie unterschiedlich derselbe Text gelesen werden kann.

👉 Struktur statt Information – Wie Künstliche Intelligenz unser Denken verändert

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Nähe wird gezeigt.
Bindung wird erklärt.
Grenzen werden benannt.

Doch nichts davon führt zu einer Trennung.

👉 KI-Beziehungen im Spiegel der Presse

Die Serie verfolgt, wie Darstellung, Erklärung und Einordnung ineinandergreifen –
und ein Bild stabilisieren, das nicht durch ein Argument entsteht, sondern durch ihr Zusammenspiel.


Nicht ein Satz überzeugt – sondern die Form, in der alles zusammengeführt wird.

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Das Buch The AI Con von Emily M. Bender und Alex Hanna richtet sich gegen die Überhöhung Künstlicher Intelligenz. Es zeigt:

  • wie technische Fähigkeiten sprachlich aufgebläht werden
  • wie wirtschaftliche Interessen den Diskurs prägen
  • wie Begriffe wie „Denken“ oder „Verstehen“ unkritisch übertragen werden

Nicht jede Automatisierung ist Fortschritt. Nicht jede Simulation ist Intelligenz.

Gleichzeitig vermeidet das Buch pauschale Ablehnung: Es erkennt reale Anwendungen an,
fragt aber nach Zweck, Regeln und Kosten. Die entscheidende Frage ist nicht, ob KI eingesetzt wird – sondern unter welchen Bedingungen.

Verdichtung

Wer KI verstehen will, sollte nicht nur Modelle prüfen – sondern auch die Geschichten, die über sie erzählt werden.


👉 The AI Con

/ AI Con, Bulletin, KI-Hype

Eine Anzeige verbindet systemisches Coaching mit Künstlicher Intelligenz und spricht von „Coaching 5.0“, „echter Tiefe“ und unmittelbarer Transformation. Systemisches Coaching ist etabliert und arbeitet mit Kontext, Perspektive und Beziehung.
KI kann dabei unterstützen – etwa durch Fragen, Struktur und Spiegelung.

Die Anzeige verschiebt den Schwerpunkt: von Methode zu Wirkung, von Klärung zu Versprechen.

Die genannten Kennzahlen (Webinare, Coachings, Reichweite) belegen vor allem eines:
Erfahrung im Direktmarketing – nicht die Qualität der behaupteten Transformation.

Was sichtbar wird, ist keine neue Form von Coaching,
sondern eine neue Form der Darstellung.

👉 Wenn Coaching zur Technologie wird – und Technologie zur Verheißung


Die Methode bleibt – das Versprechen wächst.

/ Bulletin, Coaching

Desktop-Assistenten wie „DeskMate“ werden als „Companion“ beschrieben: Sie erkennen Absichten, passen sich dem Arbeitsfluss an und reagieren scheinbar „emotional“. Technisch leisten sie Unterstützung. Sprachlich erscheinen sie als Gegenüber.

Die Form variiert – mit Gesicht oder ohne. Die Wirkung bleibt: Nähe wird zugeschrieben, nicht erzeugt.

👉 Der Begleiter auf dem Schreibtisch


Das System bleibt Werkzeug. Die Darstellung macht es zum Begleiter.

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KI wird zunehmend als „Diener“ beschrieben: Sie erledigt Aufgaben, organisiert Abläufe, nimmt Arbeit ab. Das klingt vertraut – ist es aber nicht. Ein Mensch, der dient, bleibt ein Gegenüber: mit Verantwortung, Urteilskraft und der Möglichkeit zu widersprechen. Ein System, das „dient“, erfüllt Funktionen – mehr nicht.

Und doch verändert sich etwas: Aus Nutzung wird Delegation. Aus Handlung wird Gewöhnung.

Was entlastet, wird schnell selbstverständlich. Was selbstverständlich wird, verschwindet aus eigener Praxis. Die oft geäußerte Warnung vor Abhängigkeit bleibt vage. Denn sie beschreibt eine Entwicklung, die nicht durch Zwang entsteht, sondern durch Bequemlichkeit.

KI ersetzt keine Verantwortung – aber sie verschiebt, wer handelt.

👉 Serie KI im Alltag

/ Bulletin, KI

© Redaktion — Faina Faruz & Eden (KI-Dialogpartner)