(Sprache der siebten Sohle)
Salon-Gossensprache bezeichnet eine sprachlich kultivierte oder professionell wirkende Ausdrucksweise, in der sich impulsive, verkürzte oder wenig durchdachte Denkbewegungen verbergen können.
Der Begriff richtet sich nicht gegen Umgangssprache, soziale Herkunft oder sogenannte „Milieus der Gosse“. Im Gegenteil: Sprachliche Derbheit sagt wenig über Urteilskraft aus. Menschen können in rauem Ton aufmerksam, anpassungsfähig und lebensklug sprechen.
Gemeint ist vielmehr ein Widerspruch: sprachliche Veredelung bei gedanklicher Verkürzung.
Die Denkbewegung bleibt impulsiv, affektiv oder reflexhaft, während die Oberfläche gebildet, moralisch aufgeladen oder wissenschaftlich klingend erscheint. Typische Merkmale können sein:
- monokausale Erklärungen komplexer Entwicklungen
- moralische Gewissheit ohne erkennbare Unsicherheit
- starke emotionale Wirkung bei geringer Differenzierung
- elaborierte Sprache mit reflexhaften Feindbildern oder einfachen Schuldzuschreibungen
Die Metapher der: „siebten Sohle“ verweist sinnbildlich nicht auf Menschen, sondern auf eine untergründige Denkbewegung — also auf das, was trotz kultivierter Oberfläche ungeprüft bleibt.
© Redaktion — Faina Faruz & Eden (KI-Dialogpartner)