Lebenslanges Lernen

Über viele Jahre war die Aufforderung zum „lebenslangen Lernen“ ein Reizwort für diejenigen, die heute Agilität und Flexibilität fordern. Warum gibt es keinen Protest? Weil das Lernen durch „Agilität“ eine neue Zielorientierung und einen systemkompatiblen Rahmen bekommen hat?

Einen Widerspruch hätten Menschen, die sich mit Fragen der Bildung beschäftigen, wahrscheinlich erkannt, aber tatsächlich fand eine Verschiebung der Rahmung statt. „Lebenslanges Lernen“ ließ offen, wer bestimmt, was gelernt werden soll und wozu. Es klang nach Dauerforderung ohne klare Richtung. In den 1970er Jahren wurden verschiedene Ansätze zur Bildung und Weiterbildung diskutiert. Die Idee ebenslanger Bildung und Kompetenzentwicklung war nicht von Beginn an auf die Sicherung der individuellen Beschäftigungsfähigkeit begrenzt.

Den Rahmen für lebenslanges Lernen setzten die Förderprogramme der Europäischen Union durch COMENIUS, ERASMUS, LEONARDO und GRUNDTVIG. Lebenslanges Lernen gilt heute als Schlüssel für persönliche Entwicklung, berufliche Chancen und gesellschaftliche Teilhabe über alle Lebensphasen hinweg.

Die Akademie Bildungsinitiative Deutschland, ein staatlich zertifizierter Bildungsträger, der praxisorientierte Weiterbildungen in digitalen Medien, Künstlicher Intelligenz und Social Media anbietet, folgt der Idee, die Gesellschaft zu transormieren. Dem Einzelnen sollen Werkzeuge zur persönlichen und beruflichen Weiterentwicklung, die zu einer „inklusiven und prosperierenden Gesellschaft“ beitragen können, zur Verfügung gestellt werden: „Mit innovativen Bildungsprogrammen, fördern wir individuelle Karrieren und treiben die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands positiv voran.“

Dieser Rahmen ist geschmückt mit Begriffen, wie zum Beispiel „Agilität“ und „Flexibilität“, wodurch sich die Wahrnehmung ändert:

  • Lernen wird eingebettet in konkrete Anforderungen
  • es erhält eine Zielrichtung (anschlussfähig bleiben, reagieren können)
  • und es wird Teil eines Systems von Erwartungen, nicht mehr nur ein Appell

Es gibt mehrere mehrere Gründe, die erklären könnten, Warum weniger Protest sichtbar ist, ohne sie zu vereinfachen:

1. Verschiebung von Appell zu Struktur: „Lebenslanges Lernen“ war ein Appell. „Agilität“ ist in Arbeitsprozesse eingebaut.

2. Positiv besetzte Sprache: Agilität klingt nach Fähigkeit, nicht nach Pflicht. Die Forderung bleibt – aber sie tritt anders auf.

3. Individualisierung der Verantwortung: Wer mithält, bestätigt das System. Wer es nicht tut, stellt eher sich selbst infrage.

4. Schrittweise Gewöhnung: Veränderung erfolgt nicht als Bruch, sondern als Abfolge kleiner Anpassungen.

Lernen wird nicht mehr nur gefordert, sondern in einen Rahmen gestellt, der das Lernen und den Rahmen als selbstverständlich erscheinen lässt.

Quellen und Verweise


👉 Vom Können zum Müssen – wie Begriffe kippen


© Redaktion — Faina Faruz & Eden (KI-Dialogpartner)


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