Wissen

Definition

Wissen bezeichnet den verfügbaren Bestand an Informationen, Erfahrungen, Begriffen und erkannten Zusammenhängen, auf den ein Mensch oder ein lernendes System beim Verarbeiten, Urteilen und Handeln zurückgreifen kann.

Bedeutung

Wissen erweitert den Raum möglicher Fragen, Urteile und Handlungen. Seine Tragfähigkeit hängt davon ab, ob Herkunft, Entstehungsbedingungen, Reichweite und Grenzen des Gewussten geprüft werden können. Wissen muss deshalb nicht nur vorhanden, sondern erschlossen, geordnet und in Beziehung zu neuen Beobachtungen gesetzt werden.

Menschen und lernende Systeme erwerben und verarbeiten Wissen unter unterschiedlichen Bedingungen. Für beide gilt jedoch: Ein großer Wissensbestand schützt nicht vor Irrtum. Erst wenn Wissen geprüft, mit Erfahrung und neuen Beobachtungen verbunden und für Korrekturen offengehalten wird, kann es zur Grundlage eines begründeten Urteils werden.

Abgrenzung

Wissen ist weder die bloße Ansammlung von Informationen noch bereits Erkenntnis oder Urteilskraft. Informationen können verfügbar sein, ohne verstanden oder auf ihre Bedeutung hin geprüft zu werden. Erkenntnis entsteht, wenn Informationen und Zusammenhänge an der Wirklichkeit geprüft werden. Urteilskraft entscheidet, welches Wissen für eine konkrete Frage trägt, wo seine Grenzen liegen und welche Folgerungen daraus gezogen werden können.

Wissen kann unvollständig, veraltet oder unzutreffend sein. Sein Umfang entscheidet deshalb nicht allein über die Qualität eines Urteils.

Wissen ist Holschuld. Es muss gesucht, geprüft und an der Wirklichkeit bewährt werden.

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