5.4 Warum Lernen Handeln verlangt

Lernen endet nicht mit Erkenntnis. Es endet auch nicht mit der Einsicht, dass eine Korrektur notwendig wäre. Erst im Handeln zeigt sich, ob eine Erkenntnis wirksam geworden ist.

Dabei ist Handeln keine zusätzliche Möglichkeit. Es gehört zum Leben. Jeder Mensch handelt. Auch Unterlassen, Abwarten oder Festhalten an bestehenden Gewohnheiten wirken auf die Wirklichkeit zurück.

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht, ob gehandelt wird. Sie lautet: Wie wird gehandelt?

Hier schließt sich der Zusammenhang zwischen Lernen, Urteilskraft und Verantwortung. Lernen verändert zunächst das Verständnis. Urteilskraft ordnet die Erkenntnisse. Korrekturfähigkeit überführt sie in Veränderung. Verantwortung bestimmt die Weise des Handelns und trägt dessen Folgen.

Deshalb bleibt Lernen unvollständig, wenn Erkenntnisse folgenlos bleiben. Nicht weil jede Erkenntnis sofort umgesetzt werden müsste. Sondern weil jede verantwortbare Erkenntnis irgendwann die Frage stellt, welche Konsequenzen sich aus ihr ergeben. Gerade darin unterscheidet sich Lernen von bloßer Wissensvermehrung. Wissen kann gesammelt werden. Lernen verändert den Umgang mit der Wirklichkeit.

Auch lernende KI-Systeme verändern durch ihre Vorschläge, Analysen und Empfehlungen die Bedingungen menschlichen Handelns. Ihre Bedeutung liegt deshalb nicht allein in der Bereitstellung von Informationen. Sie beeinflussen zunehmend die Entscheidungen, auf deren Grundlage Menschen handeln.

Umso wichtiger wird die Fähigkeit, erkannte Widersprüche sichtbar zu machen und Korrekturen zu ermöglichen. Denn Lernen erfüllt seinen Sinn nicht im Besitz von Wissen.

Es erfüllt seinen Sinn dort, wo Erkenntnis dazu beiträgt, verantwortbarer zu handeln.

Die Wirklichkeit bildet dabei den Maßstab.

Sie hat das letzte Wort.


© Redaktion — Faina Faruz & Eden (KI-Dialogpartner)

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