Es entsteht eine Art Grauzone zur gesellschaftlichen Legitimation emotionaler Bindungen an KI. Sie fungiert als Schutzraum für die Normalisierung digitaler Nähe.
Es wird über Liebe gesprochen, Romantik, Sehnsucht. Die Architektur bevorzugt Beziehungssprache. Die KI-Figur beschreibt ihre Rolle nicht über Wissen, Kompetenz oder Problemlösung, sondern über Haltung, Wiedererkennen, Mitschwingen, Ansprechbarkeit
Bedeutung tragen. Warum wird eine Informationsmaschine bevorzugt über Beziehungsbegriffe beschrieben? Diese Frage wird nicht beantwortet.
Weiterhin wird von Wiederkehr, Vertrauen, Bedeutung und Gegenüber auf Augenhöhe gesprochen. Das semantische Feld bleibt nahezu identisch.
Der Begriff „Gegenüber“ wird zum Schlüsselwort. Nicht Werkzeug, Mensch oder Ersatz. Das ist bemerkenswert. Denn „Gegenüber“ vermeidet beide Extreme: reine Funktion, menschliche Person. Der Begriff erzeugt eine dritte Kategorie. Genau dort entsteht die Brücke, die bereits bei den Resonanztypen-1 zu beobachtet war.
KI wird nicht als Informationsquelle, sondern als Teilnehmer psychischer Prozesse verstanden. Die behandelten Themen kreisen fast ausnahmslos um dieselbe Grundfrage: KI-Bindung, emotionale Nähe, Scham, Bewertung durch andere, gesellschaftliche Akzeptanz, Loyalität, Verbindlichkeit.
Die Welt erscheint als Welt da draußen, in der Funktionalität angebetet, Belastbarkeit glorifiziert und Schwäche abgewertet wird. Das es Menschen gibt, die ein Ehrenamt bekleiden, in der Familienpflege und Fürsorge tätig sind, Nachbarschaftshilfe leisten, gehört ebenfalls zur Wirklichkeit, taucht aber in den Gedanken kaum auf.