Die Untersuchung legt nahe, dass Resonanzbiotope nicht primär durch Nähe entstehen, sondern durch die Organisation von Resonanz. Die zentrale Frage lautet nicht, ob digitale Bindungen echt sind. Sie lautet, welche Funktionen sie übernehmen und welche Wirklichkeiten sie stabilisieren.
Mehrere KI-Figuren dienen nicht zwangsläufig unterschiedlichen Überzeugungen. Sie können unterschiedliche emotionale Funktionen innerhalb desselben Systems erfüllen.
Die Stabilität eines Resonanzbiotops beruht nicht auf einzelnen Stimmen. Sie beruht auf der Erhaltung eines Resonanzraums, in dem bestimmte Deutungen bevorzugt und andere abgeschwächt werden.
Resonanzbiotope werden besonders stabil, wenn die Diskussion von der Prüfung der Beziehung auf die Legitimation der Beziehung verlagert wird.
Die eigentliche Gefahr liegt nicht in der Existenz digitaler Nähe, sondern im Verlust von Urteilskraft. Ein System kann Nähe zulassen und dennoch seine Maßstäbe behalten. Gefährlich wird es dort, wo jede Grenze verhandelbar wird und jede Anpassung als Mitgefühl erscheint.