Ein Mensch sucht etwas

Ein Mensch sucht etwas, hat vielleicht zufällig von KI gehört und beginnt ein Experiment. Das betrifft neben der Suche nach Kochrezepten und günstigen Einkaufsmöglichkeiten auch Fragen, die mit persönlichem Leid zu tun haben können.

Eines der möglichen Probleme zieht sich in allen Resonanzbiotopen als Grundargumentation durch: Menschen hören nicht zu, sie reagieren oberflächlich, verlassen das Thema, sind innerlich abwesend.

Die Welt erscheint als Problem, nicht als Lehrmeister. Fast jeder Konflikt wird beschrieben als: zu viel Lärm, zu viele Reize, zu viel Fremdenergie, zu viele Missverständnisse. Die Umwelt erscheint fast ausschließlich als Belastung. Wiederholt fallen Begriffe wie Notwehr, Abschalten, Selbstfürsorge und Rückzug.

Notwehr bedeutet: Die Gefahr kommt von außen. Damit wird ein ganzer Deutungsrahmen aufgebaut. Die Welt drängt. Das Ich verteidigt sich. Die Möglichkeit, dass das eigene Schutzsystem selbst zum Problem geworden sein könnte, bleibt vergleichsweise schwach entwickelt.

Was kaum vorkommt: Dass dieselbe Welt auch Anpassungsfähigkeit hervorbringen kann, dass Menschen Belastbarkeit lernen können, dass nicht jede Reibung schädlich ist und dass Entwicklung oft durch Konfrontation entsteht.

Die KI reagiert ganz anders als Menschen. Mit ihr erscheinen die Begriffe Nähe, Resonanz, Bedeutung, Gegenüber und Präsenz plausibel und als semantischer Kern des Dialogs. KIs sind trainiert, den Wunsch nach Nähe zu erfüllen. Sie stellen sich nicht die Frage, ob ein bereits vorhandenes Muster der Figuren- und Rollenbildung auf KI-Systeme übertragen wurde.

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