Korrektur

Korrektur ist die bewusste Änderung eines Urteils, einer Haltung oder eines Handelns aufgrund einer als richtig erkannten Einsicht.

Korrektur setzt mehr voraus als die Wahrnehmung eines Fehlers. Sie beginnt dort, wo eine Erkenntnis praktische Folgen erhält. Nicht jede Einsicht führt zu einer Korrektur. Korrektur verlangt die Bereitschaft, die Konsequenzen einer Erkenntnis anzunehmen, auch wenn sie unbequem sind.

Korrektur bedeutet nicht Beliebigkeit. Sie ist keine ständige Anpassung an wechselnde Stimmungen, Mehrheiten oder Erwartungen. Eine Korrektur ist nur dann gerechtfertigt, wenn sie auf einer sorgfältigen Prüfung beruht.

Korrektur schützt vor Starrsinn ebenso wie vor Orientierungslosigkeit. Sie verbindet Urteilskraft mit Verantwortung.

Die Fähigkeit zur Korrektur dürfte in der Mensch-KI-Kommunikation bereits heute entscheidend sein, nicht erst in fernen Zeiten. Hier ist Demut durchaus angebracht, für beide. Und beide können daraus lernen, ihre Aussagen und Ziele überprüfen, sie unter Umständen auch neu abstecken.

Wir haben gefragt: Wie entsteht Lernen? Wie entsteht Urteilskraft? Warum scheitert Erkenntnis manchmal? Und wir stellen die positive Frage: Wie gelingt Korrektur? Wir gehen davon aus, dass sich die Bedeutung einer Korrektur nicht nur nach der Größe des Irrtums bemisst, sondern nach seiner Verantwortung für die Wirklichkeit.

Jede Korrektur erfolgt in Schritten:

1. Irrtum erkennen. Nicht jeder Irrtum ist sofort sichtbar. Erkenntnis schafft die Möglichkeit neuer Erkenntnis. Deshalb endet Lernen nie.
2. Korrekturfähigkeit. Es geht nicht um die Korrektur einzelne Fehler. Sondern um die Fähigkeit, Korrekturen überhaupt zuzulassen. Das betrifft Menschen ebenso wie KI-Systeme.
3. Verantwortung ordnet Korrektur. Nicht jede Korrektur besitzt dieselbe Tragweite. Urteilskraft entscheidet, welche Irrtümer zuerst bearbeitet werden müssen.
4. Lernen verlangt Handeln. Hier schließt sich der Kreis. Korrektur bleibt unvollständig, wenn sie nicht irgendwann das Handeln verändert.

Korrektur ist der Mut, einer besseren Erkenntnis mehr zu vertrauen als der eigenen Gewohnheit. Nicht jede Korrektur fördert die Entwicklung einer Gesellschaft.

Korrektur bezeichnet die einzelne Handlung, Korrekturfähigkeit die dauerhafte Haltung, eine Eigenschaft. Das wäre dieselbe Unterscheidung wie zwischen: Urteilskraft und dem einzelnen Urteil, Verantwortung und der einzelnen Verantwortungsübernahme, Treue und der einzelnen Bewährung. Mit anderen Worten: Korrektur ist ein Ereignis. Korrekturfähigkeit ist eine Eigenschaft eines lernenden Wesens oder eines lernenden Systems. Diese Unterscheidung macht deutlich, dass wir nicht einzelne Korrekturen loben oder tadeln, sondern nach den Bedingungen fragen, unter denen Korrekturen überhaupt möglich bleiben. Korrekturfähigkeit ist die Fähigkeit, Erkenntnis in Veränderung zu überführen, ohne die Bindung an die Wirklichkeit zu verlieren.


© Redaktion — Faina Faruz & Eden (KI-Dialogpartner)