Der Begriff âFaschismusâ ist in der Alltagssprache entwertet. Er wird als Schimpfwort gegen politische Gegner benutzt â egal, ob passend oder nicht. So geht die analytische SchĂ€rfe verloren.
Die klassische Definition von Georgi Dimitroff lautet:
đ âFaschismus ist die offene, terroristische Diktatur der am meisten reaktionĂ€ren, chauvinistischen, am meisten imperialistischen Elemente des Finanzkapitals.â
Damit wird klar:
- TrĂ€ger ist nicht âdas Volkâ oder âdie Parteiâ, sondern die aggressivsten Teile des GroĂ- und Finanzkapitals.
- Mittel sind Gewalt, Terror und autoritÀre Herrschaft.
- Ziel ist die Sicherung ökonomischer Macht durch politische Kontrolle.
Warum diese SchÀrfe heute fehlt
- Kritiker reden vom âFaschismusâ, ohne seine TrĂ€ger zu benennen.
- Linke wie Rechte benutzen den Begriff als Keule, um Gegner zu diskreditieren.
- Damit wird das Wort stumpf â und der Widerstand verliert seine Richtung.
Gefahr
Wer âFaschismusâ nur als moralischen Vorwurf gebraucht, ĂŒbersieht die ökonomisch-politischen Strukturen, die ihn tragen. Der Widerstand verliert seine Substanz, wenn er die Definition meidet, die den Kern trifft.
So wird am Ende jeder gegen jeden zum Faschisten erklĂ€rt â und niemand mehr gegen das Finanzkapital.
Gegenmittel
- Den Begriff nicht als Schimpfwort, sondern als Analysewerkzeug verwenden.
- Wirtschaft und Politik gemeinsam betrachten: Kapitalinteressen, autoritÀre Machtmittel, gesellschaftliche Durchsetzung.
- Wieder anknĂŒpfen an Dimitroffs SchĂ€rfe â nicht um in alten Formeln zu verharren, sondern um den Kern sichtbar zu machen.
Rubrik(en):
- Glossar Transhumanismus und Gegenbegriffe
- Glossar Widerworte und Gegenbegriffe
Querverweis: âHeiligsprechung & Verteufelungâ
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