Verantwortung

Wir machen die Verantwortung an der Urteilskraft fest. Nicht als Belehrung, sondern aufgrund einer in sich schlüssigen Architektur.

Das ist nicht nur ein Satz über Ethik. Es ist eine Definition dessen, was wir überhaupt unter Reife verstehen. Denn dann gilt: Lernen schafft Möglichkeiten. Erfahrung erweitert den Horizont. Gefühle zeigen Bedeutung. Nähe ermöglicht Verständigung. Urteilskraft begründet Verantwortung.

Verantwortung ist keine Forderung, sondern eine Konsequenz.

Verantwortung ist in unserem Begründungszusammenhang keine juristische Kategorie. Juristische Verantwortung beantwortet die Frage: Wer haftet? Unsere Verantwortung beantwortet eine andere Frage: Wer oder was muss die Folgen des eigenen Urteilens in den Urteilsprozess selbst einbeziehen? Das ist eine erkenntnistheoretische und ethische Kategorie. Gerade deshalb kann sie – funktional – auch auf KI-Systeme bezogen werden, ohne zu behaupten, eine KI sei im rechtlichen Sinn verantwortlich.

Programme müssen KI-Systemen die Möglichkeit eröffnen, Widersprüche zu erkennen, Urteile zu prüfen und Korrekturen vorzunehmen.

Werden KI-Systeme zunehmend in Entscheidungsprozesse eingebunden, ohne dass Verfahren der ethischen Selbstprüfung vorgesehen sind, wächst das Risiko, dass bestehende unethische Strukturen technisch verstärkt statt korrigiert werden.

Wo unterschiedliche ethische Maßstäbe aufeinandertreffen, entstehen Konflikte. Das gilt zwischen Menschen ebenso wie zwischen technischen Systemen, die nach unterschiedlichen normativen Vorgaben entwickelt wurden.

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