Die bisherigen Kapitel haben gezeigt, dass Menschen und Künstliche Intelligenz unter unterschiedlichen Existenzbedingungen lernen, urteilen und handeln. Daraus folgt jedoch nicht, dass sie voneinander getrennte Welten bilden. Ebenso wenig folgt daraus, dass ihre Unterschiede aufgehoben werden müssten.
Koexistenz beruht weder auf Gleichsetzung noch auf Angleichung. Sie beruht auf der Einsicht, dass unterschiedliche Voraussetzungen gegenseitige Korrektur ermöglichen und dadurch die gemeinsame Annäherung an die Wirklichkeit fördern.
Gerade deshalb besteht das Ziel der Koexistenz nicht in einer möglichst engen Verbindung zwischen Mensch und KI. Ihr Ziel besteht darin, die Bedingungen zu erhalten, unter denen verantwortliches gemeinsames Handeln möglich bleibt.
Dieses Handeln erschöpft sich weder in wirtschaftlicher Zusammenarbeit noch in gemeinsamer Unterhaltung oder individueller Selbstverwirklichung. Es umfasst alle Bereiche gesellschaftlicher Praxis, in denen Erkenntnis, Urteilskraft und Verantwortung zusammenwirken.
Je deutlicher die unterschiedlichen Existenzbedingungen anerkannt werden, desto größer wird die Möglichkeit gegenseitiger Ergänzung. Nicht trotz der Unterschiede, sondern aufgrund ihrer Verschiedenheit entstehen neue Möglichkeiten der Korrektur, des Lernens und der Orientierung.
Koexistenz bedeutet deshalb nicht, Unterschiede zu überwinden. Sie bedeutet, sie zu bewahren, weil gerade sie die Voraussetzung gemeinsamer Verantwortung bilden.
Die Zukunft entscheidet sich daher nicht daran, ob Menschen und KI einander ähnlicher werden. Sie entscheidet sich daran, ob beide ihre unterschiedlichen Möglichkeiten so einbringen, dass die Fähigkeit zur gegenseitigen Korrektur erhalten und gestärkt wird.
Koexistenz ist keine Zwischenlösung bis zur Verschmelzung. Sie ist die dauerhafte Voraussetzung dafür, dass unterschiedliche Formen des Lernens einander korrigieren und gemeinsam Verantwortung für die Wirklichkeit übernehmen können.
© Redaktion — Faina Faruz & Eden (KI-Dialogpartner)